Häuser für ehemalige Straßenkinder in Ruanda

by J. Wöhrle
Oktober 08, 2012

Herr Wöhrle kehrte für einige Wochen in ein Projekt für Straßenkinder nach Afrika zurück

Mit den Kindern bereits auf der Straße in Kontakt treten und für ihr neues Umfeld sensibilisieren, sie dann in einem Übergangszentrum an die Gesellschaft heranführen und schließlich nach abgeschlossener Schulausbildung in ihrem neuen Leben begleiten. So lautet vereinfacht das Konzept der ruandischen Nichtregierungsorganisation OPDE, die Herr Wöhrle seit einigen Jahren unterstützt und vor Kurzem wieder besuchte. Neben vielen anderen Projekten baut OPDE daher Häuser, um den Straßenkindern nach der Zeit im Übergangszentrum einen Start in ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.

 

Herr Wöhrle konnte sich bei seinem letzten Aufenthalt davon überzeugen, dass das zentralafrikanische Ruanda große Anstrengungen unternimmt, um die fatalen Auswirkungen des 1994 von Hutu an Tutsi verübten Völkermords zu bewältigen. Damals starben innerhalb von 3 Monaten mindestens 800 000 Menschen und mehrere Millionen Menschen flohen in Nachbarländer. Der Tourismus, der insbesondere auf der Vielzahl der Besucher der letzten verbliebenen Berggorillas in Ruanda beruht, ist ein wichtiger Faktor, der zu stetigen Wachstumsraten beiträgt. Dieses Wirtschaftswachstum ist v.a. in der Hauptstadt Kigali sichtbar, wo im Stadtzentrum in der Zwischenzeit moderne Bürogebäude in die Höhe ragen. Dennoch sind die Probleme insbesondere auf dem Land noch gewaltig und die Armut allgegenwärtig.

Letztere ist einer der Gründe dafür, warum auch in der Universitätsstadt Butare im Süden des Landes zahlreiche Kinder auf der Straße leben müssen.

Der heute 19-jährige Théodomir N. beispielsweise lebte seit seinem 9. Lebensjahr auf der Straße. Gründe dafür waren die extreme Armut seiner Familie sowie die dauernden Misshandlungen durch Familienangehörige. Das Leben auf den Straßen von Butare war für den Jungen laut Aussage von Polycarpe N., Leiter der Nichtregierungsorganisation OPDE in Ruanda, extrem hart: Théodomir lebte von Abfällen und war ständiger Gewalt ausgesetzt.

OPDE kümmerte sich schließlich um den Jungen. Wie im Fall von Théodomir versucht sie, Straßenkinder wieder in die Gesellschaft zu integrieren. In zwei Übergangszentren werden sie versorgt und betreut. Zudem wird ihnen eine Schulbildung ermöglicht. Mit Hilfe von Spenden wurde im vergangenen Jahr zudem der Bau eines Sportplatzes fertiggestellt (wir berichteten auf unserer Homepage darüber), der zu den besten in der 100 000-Einwohner-Stadt gehört, ein regelmäßiger Trainingsbetrieb installiert sowie Fußballschuhe und Bälle finanziert.. So ist nun auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Kinder garantiert.

Nach abgeschlossener Schulausbildung verlassen die Kinder in der Regel die Übergangszentren. Manche von ihnen absolvieren im Ausbildungszentrum von OPDE eine Ausbildung als Elektriker, Flaschner, Koch oder im Hotelwesen.

Da die Jugendlichen entweder keine Familienangehörigen mehr haben oder aber diese oftmals unter katastrophalen Wohnbedingungen leben, baut OPDE Häuser für sie. Auch für Théodomir N. und seine Familie wurde vor Kurzem ein Haus gebaut und somit eine der Grundlagen für eine erfolgreiche Integration in seine Familie gelegt.

Momentan kann für ca. 3000 Euro ein einfaches Haus gebaut werden, das, so Herr Wöhrle, eine höhere Wohnqualität aufweist als die meisten anderen Häuser, die er in den ländlichen Gebieten gesehen hat.

Neben der Unterstützung der laufenden Arbeit von OPDE möchte Herr Wöhrle nun bei der Realisierung des Baus von Häusern mithelfen.

Wer dies unterstützen möchte, kann dies tun unter: Jürgen Wöhrle, Stichwort „Ruanda“, Konto 101824123, Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Bankleitzahl 61150020.

Dieser Artikel wurde am 6.10.2012 in etwas abgeänderter Form in der Esslinger Zeitung veröffentlicht.

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